Bist du online wer anders?Menschen auf der re:publica 2012

Wir laden Profilfotos hoch, wir füllen die Infokästen aus, wir klicken auf „Gefällt mir“ – all das führt zur Konstruktion eines online Ichs, das unser persönliches Schaufenster im Netz wird.
Doch wie akkurat re-konstruieren wir unsere Persönlichkeit tatsächlich? Können und wollen wir es schaffen, dass unsere Internetidentität deckungsgleich mit unserer realen Identität ist?

Auf der re:publica hieß es: „Wenn sich offline und online Ich zu stark unterscheiden, gibt’s Stress.“
Richard und Christian sehen das auch so. „Ich teile nur, was sowieso jeder sehen darf“, sagt Christian.

Facettenschliff der Persönlichkeit


Doch selbst, wenn die veröffentlichten Infos der Wahrheit entsprechen, dann ergeben sie zusammengenommen immer noch nur einen ausschnitthaften Eindruck des Ichs.
Das liegt schon allein an den vorgegebenen Möglichkeiten der Selbstdarstellung. Die sind durch die Plattformen und Kommunikationswege definiert - somit eingeschränkt und für alle gleich.

Individualität kann im Rahmen dieser Möglichkeiten ausgedrückt werden, so gut es eben geht.
So kann jeder Eindruck von „Wer ist das eigentlich“ immer nur eine Facette sein. Das wird noch weiter durch Listen und unterschiedliche Zugriffe auf verschiedene Informationen unterstützt.

Allerdings ist es auch offline so, dass wir unterschiedlich intime Beziehungen pflegen und auch dort wahrscheinlich nur eine Hand voll Menschen überhaupt eine Ahnung davon haben, wer man wirklich ist.

Facebook Feigenblätter?


Insofern ist es wahrscheinlich unmöglich online ein Gesamtbild der eigenen Persönlichkeit zu konstruieren.
Da scheint fast die nächste Lösung alles für alle freizugeben und alle Social Media Optionen, Einzelheiten exklusiv zu halten, in den Wind zu schlagen.
Das ist eine Entscheidung, die jeder individuell treffen muss – immer mit der Frage „Was bringt mir das?“ im Hinterkopf.




mit

Links zum Thema

re:publica 2012 - alle Videos und Sessions
Drei Tage volles Programm: Wir haben für Euch einige Sessions offiziell mitgeschnitten.

Egotausch - Das Facebook Experiement
für zwei Wochen in der Online-Identität des anderen


Beruf und Privates im Social Web trennen

Gefährliche Gradwanderung

Können wir Job und Privates bei Facebook, Twitter, Google oder anderen sozialen Netzwerken noch trennen? Verwendet ihr verschiedene Freundes- und Businessnetzwerke oder hab ihr die Trennung von Beruf und Privatleben im Web längst aufgegeben? mehr...

Wem gehört meine Identität im Netz

Christoph Elzer, Michael Praetorius und Michael Reuter rätseln darüber, wer künftig die Hoheit über unsere Persönlichkeit im Netz hat. mehr...

Wenn Freundeslisten der Online-Reputation schaden

Cliquen, Bekanntenkreise oder geschäftliche Verbindungen und Seilschaften sagen eine Menge über uns aus. Doch wie steht es mit unseren digitalen Netzwerken, in denen jeder mit jedem vernetzt zu sein scheint, knüpfen wir dort leichtfertig Verbindungen, die unserer Reputation schaden?
mehr...

Datenschutz und Privatsphäre im Internet

Netzpolitik

Brauchen wir "Rundfunkgesetze" für das Internet? Lässt sich das Web überhaupt regulieren? Wer hat ein Recht auf eine Präsenz im Web? Welchen Einfluss haben große Internet-Angebote wie Facebook oder Google auf Regierungen. Wir widmen uns den Themen virtueller Rundfunk und Netzneutralität mehr...

Anzeige