Wie bekommen wir Mama und Papa ins Netz?Smartphones und Social Networks als Einstiegsdroge

Jeder von uns hat seine ganz eigene Geschichte, wie er das Netz für sich entdeckt hat. Erinnert ihr euch noch daran, wie es bei euch war? Schreibt uns in den Kommentaren!

 

Hat es bei Euch auch mit der ersten E-Mailadresse angefangen? Annabelle Atchichson erinnert sich an ihren ersten Minuten mit AOL und ihrer ersten E-Mailadresse, bei Anatol Locker waren Compuserve und eine Gumminoppe auf dem Telefonhörer mit einem Akustikkoppler der Einstieg ins Netz. Zwischen den beiden klingt es, als lägen Generationen.

„Da konnte man noch zusehen, wie beim Chatten die Bits und Bytes einzeln Platz auf dem Monitor genommen haben.“ Angefixt war er trotzdem, sagt Anatol Locker: „Das Internet war früher ein bisschen lahm, aber es war eine neue Kommunikationsform.“  Anfangs war das Netz nur Spielerei für viele, aber das hat sich geändert – der „Point of no return“ sei überschritten worden, sagt Annabelle Atchison.

AOL steckt heute hinter vielen Techblogs und auch der Huffington Post. Den Stellenwert als Einstieg ins Web hat AOL nicht mehr. Viele von uns verbinden ganz andere Erfahrungen, wenn wir an die ersten Websites, Chats oder Communities zurückdenken, die uns im Web gefesselt haben. Den sozialen Klebstoff von Facebook gab es auch schon früher. Angela Gruber erinnert sich an ihre lokale Chat-Community in Ulm. „Das hatte mich damals wahnsinnig fasziniert, da musste man dabei sein“, sagt sie heute rückblickend. 

Heute gehen mit Nutzer mit ihrem Smartphone ins Netz. Facebook Nutzer sind zu 60% auf einem Smartphone unterwegs, wenn sie das soziale Netzwerk verwenden. Auch YouTube und Whatsapp zählen zu den beliebtesten mobilen Online-Angeboten. Immer wieder zeigen Studien, dass Facebook für Junge Menschen uncool geworden ist. Snapchat, für das Facebook und Google kürzlich etwa drei Milliarden Dollar angeboten sollen, sei bei Jugendlichen viel höher im Kurs. Doch was ist mit Erwachsenen und älteren Menschen? In Deutschland gibt es schon allein aufgrund der Alterspyramide quasi mehr Internetnutzer über 50 als unter 20 Jahren. Doch sind dies auch Silvernerds? Was fixt ältere Generationen an, das Netz so intensiv zu nutzen wie junge Menschen?

Welchen Grund hat es, wenn Mama und Papa sich beharrlich weigern, auf den praktischen Kommunikationskanal Internet umzusatteln, auf dem wir ständig unterwegs sind?

„Wenn jemand komplett verweigert, würde ich ihn nicht zwangsbeglücken“, sagt Anatol Locker. Der Weg ins Netz sei heute aber so unkompliziert wie nie: „Es ist heute sehr einfach geworden. Die Einstiegshürde ist der Gang in den nächsten Elektronikmarkt.“

Auch Angela Gruber glaubt: In ein paar Jahren wird jeder im Internet sein. „Aktuell haben wir aber noch Alterskohorten, die nicht online sind und die auch nicht online kommen werden, weil sie keinen Mehrwert für sich sehen.“ Nichtsdestotrotz: Auch jetzt schon interessierten sich immer mehr ältere Menschen fürs Netz. „Die Zahl der Silversurfer wächst“, so Angela Gruber.

Wenn Oma und Opa durchweg online sind und ebenso fleißig die Partyfotos oder Statusmeldungen der Nachkommen kommentieren oder am Ende auch noch das eigene Essen fotografieren ist das den Jüngeren oft auch wieder nicht recht, meint Anatol Locker. „Es gibt Großeltern, die sind permanent im Netz und manchmal für ihre Angehörigen sogar ein bisschen zu viel.“ In seiner eigenen Familie hat er das Problem nicht, im Gegenteil:  „Ich habe versucht, meiner Mutter ein ausgemustertes iPad zu geben, das aber noch tadellos in Schuss war“, erzählt er. Er hatte extra ein paar Apps auf das Gerät gespielt, von denen er dachte, sie könnten seine Mutter interessieren. Das Ergebnis: „Totale Verweigerung, gar keine Chance“, so Anatol Locker.

Kennt ihr das Problem? Was  hat ihr schon probiert, um eure Verwandten online zu bringen? Diskutiert mit!



Schreib einen Kommentar
Wie bekommen wir Mama und Papa ins Netz?

Anzeige